Im Mai 2006 begegneten sich Timm Kölln und Olaf Unverzart zum ersten Mal während des berühmten Radrennens „Giro d’Italia“. Beide schätzten schon vorher die Arbeiten des jeweils anderen und so entwickelte sich schnell eine Freundschaft, geprägt vom künstlerischen Austausch.

Was Kölln und Unverzart verbindet, ist die Leidenschaft für den Radsport mit dessen jährlich aufs Neue durch Land und Landschaft ziehenden Profizirkus. So widmet sich ihre gemeinsame Ausstellung „Das muss man doch sehen“ auch eben diesem Thema. Aufnahmen aus dem Renngeschehen stehen dabei gleichberechtigt neben beiläufigen Beobachtungen abseits der Strecke und Einblicken in die private Welt der Sportler.

Beide Fotografen arbeiten überwiegend in konzeptionellen Bildstrecken, die in dieser Ausstellung mit einer Durchmischung aufgehoben werden. Die für pavlov’s dog gestaltete Rauminstallation vermittelt dem Betrachter auf diese Weise ein Bild vom Facettenreichtum dieses heterogenen Sports, fern von Siegerlisten oder der andauernden Mystifizierung der Tour de France.

„Das muss man doch sehen“ ist ein Satz, den sowohl Radfahrer als auch Fans ausrufen, wenn ein Fahrer eben genau etwas übersieht: eine Attacke oder ein Hindernis auf der Strecke, das zu einem Sturz führt. Metaphorisch gewendet ist das die exakte Jobbeschreibung für einen Reportagefotografen: Dinge zu sehen, über die andere hinwegblicken. Und genau das gelingt Kölln und Unverzart in ihrer Arbeit. Muss man gesehen haben!

Pavlov’s dog – Raum für Fotografie: Bergstrasse 19, 10115 Berlin
15. November – 14. Dezember 2013 (Donnerstag-Samstag, 16-19)